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AG Rad Freiberg, Dr. Elke Richert
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Homepage: http://www.adfc-freiberg.de/index.php/ag-rad

Stadt Freiberg
Mitglieder des Stadtrates                                                              Freiberg, 11. Februar 2015

Offener Brief: Jahresrückblick 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

es hat sich bereits zu einer kleinen Tradition entwickelt, dass die AG Rad Sie zu den im vergangenen Jahr 2014 durchgeführten Aktivitäten zur Förderung des Radverkehrs in Freiberg informieren.
Nachdem 2013 mit der Öffnung von Einbahnstraßen und den Markierungen im Kreuzungsbereich Friedeburger Str. / Lessingstr. die ersten bedeutsamen Verbesserungen vorgenommen wurden, wurde 2014 diese positive Entwicklung fortgesetzt, indem Fahrradschutzstreifen entlang des Ringes (Meißner Ring, Donatsring) und einseitig entlang der Halsbrücker Straße angebracht wurden. Wir bewerten diese Maßnahmen als Signal, dass dem Radverkehr in Freiberg mittlerweile ein deutlich höherer Stellenwert als in den Jahren zuvor zukommt.

Schutzstreifen veranschaulichen, welcher Sicherheitsabstand vom motorisierten Verkehr während des Überholvorganges zum Radfahrer einzuhalten ist. Wir erhoffen uns, dass die Markierungen, insbesondere entlang des Ringes, 2015 mit einer abriebfesteren Farbe durchgeführt werden und entsprechende Maßnahmen auch auf andere Straßen, hier ist insbesondere die Chemnitzer Straße zu nennen, ausgedehnt werden.

Den Bau des Fußweges mit Freigabe für den Radverkehr entlang der Halbrücker Str. in Richtung Ortsausgang begrüßen wir sehr und bewerten ihn als eine wesentliche Verbesserung sowohl für den Fußgänger- als auch für den Radverkehr.
Als eine wesentliche Verschlechterung sehen wir, dass nach der Neugestaltung der Brennhausgasse diese nicht mehr für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet ist. Dies ist für uns vollkommen unverständlich, handelt es sich doch um eine Straße, die aufgrund der Einfahrt auf das Schulgelände und den Fahrradabstellanlagen entlang des Universitätsgebäudes ein überdurchschnittlich hohes Radverkehrsaufkommen in beide Fahrtrichtungen aufweist. Für solche hoch frequentierten Straßen sollte der Radverkehr bereits in der Planung zwingend adäquat berücksichtigt werden. Nach offiziellen Angaben wird die Freigabe aufgrund wenige cm fehlender Fahrbahnbreite verweigert.

Öffentlichkeitsarbeit
Im Jahr 2014 war der Radverkehr in den Medien sehr präsent. Neben der Freien Presse, die sich u.a. im Rahmen eines sehr gut besuchten Leserforums dem Thema Radverkehr widmete, gab es erneut eine Fahrraddemonstration (mit sehr gelungener Begleitung des Korsos durch die Polizei). Darüber hinaus nahm Freiberg am "Stadtradeln" teil und konnte erneut mit einem Spitzenergebnis (128.798 km, 36. Platz) abschließen. Mit den Ergebnissen des Fahrradklimatests 2014 (ADFC) kann bis spätestens Ende Februar diesen Jahres gerechnet werden. Im März gründete sich in Freiberg eine Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der sich die AG Rad als verkehrspolitisch aktive Gruppe angeschlossen hat. Mit dem ADFC ist in Freiberg nun ein bundesweit anerkannter Verein aktiv.

Maßnahmen, deren Umsetzung für 2015 in Aussicht gestellt wurden
Überregionale Radrouten: Die AG Rad hatte 2013 eine Konzeption zur Führung und Beschilderung der vier durch Freiberg verlaufenden touristischen Radrouten im Stadtgebiet vorgelegt. In Absprache mit der Leitung des Tiefbauamtes, Herrn Kunze, wird sich das für die Verkehrsentwicklungsplanung 2030 beauftragte Planungsbüro mit detaillierteren Planungen beschäftigen. Als erster Schritt soll 2015 mit einer durchgängigen Ausschilderung der bekanntesten Route, dem Muldentalradweg, begonnen werden.
Dr. Külz Strasse: Das für den Radverkehr sehr ungünstige Sperrgitter im Kreuzungsbereich Dr. Külz Str. / Leipziger Str. (vgl. Jahresrückblick 2012) soll mit dem Ausbau der Straße nach uns vorgelegten Planungsunterlagen durch eine Ampelanlage ersetzt werden die es ermöglicht, dass der Radverkehr die Kreuzung auf der Fahrbahn queren kann. Damit würde eine wesentliche Verbesserung zur jetzigen Situation erzielt. Die Befahrbarkeit in beide Richtungen soll für den Radverkehr weiterhin möglich sein.
Radfahren in den Parkanlagen: Insbesondere im Albertpark und entlang des Altstadtringes werden aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens von zahlreichen Radfahrern die Fußwege als Alternative genutzt. Um diese Nutzung zu legalisieren, soll das Radfahren in die Parkordnung aufgenommen werden. Entsprechende Schilder in den Eingangsbereichen sollen darauf hinweisen.

Fazit 2014 und Ausblick
Zusammenfassend kann für 2014 aus Sicht des Radverkehrs ein positives Fazit gezogen werden. Die Stadt Freiberg hat eine Radwegekonzeption und erhält demnächst eine Verkehrsentwicklungsplanung 2030, die den Radverkehr gleichberechtigt zum motorisierten Verkehr berücksichtigen soll. Wir erhoffen uns, dass basierend auf diesen Planungen eine systematische Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in den kommenden Jahren erfolgt. Ziel muss sein, durchgehende Radverkehrsverbindungen
anzulegen um die Attraktivität der Nutzung des Fahrrades im Alltag zu erhöhen.
Auf Sachsenebene sieht der Koalitionsvertrag zwischen der SPD und CDU ein Bündnis "Verkehrsfreundliche Gemeinden Sachsens" vor und wir würden uns sehr freuen, wenn der Stadtrat die Teilnahme Freibergs an diesem Bündnis beschließen würde.
Gerne bringt sich die AG Rad auch weiterhin konstruktiv in den Gesprächen mit der Stadtverwaltung ein, wird Vorschläge erarbeiten und sich um Öffentlichkeitsarbeit bemühen.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Elke Richert, Gerd Mayer
(AG Rad Freiberg)