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Freiberg, 26.Februar 2016

Offener Brief / Rückblick 2015

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir möchten die ersten Beratungen im Stadtrat zur Verkehrsentwicklungskonzeption 2030 zum Anlass nehmen, die Ergebnisse der gemeinsamen Treffen mit Vertretern der Stadtverwaltung im Jahr 2015 darzulegen und zu den geplanten Zielen für das Jahr 2016 zu informiert.

Nachdem in den letzten Jahren erste wichtige Verbesserungen für den Radverkehr umgesetzt wurden (Öffnung von Einbahnstraßen, Markierungen Kreuzungsbereich Friedeburger Str. / Lessingstr,. Fahrradschutzstreifen entlang des Ringes (Meißner Ring, Donatsring) und der Halsbrücker Straße), wurde 2015 mit der Beseitigung des Drängelgitters und der Installation einer Fahrradampel an der Kreuzung Dr. Külz Str. / Leipziger Str. diese positive Entwicklung fortgesetzt.

 

Darüber hinaus konnte sich die AG Rad wie folgt einbringen:

- Teilnahme am Lenkungskreis Verkehrsentwicklungsplan 2030: Wie Sie Ihren Stadtratsunterlagen entnehmen konnten, hatte ich als Vertreterin der AG Rad die Möglichkeit, am Lenkungskreis teilzunehmen. Nach meiner Einschätzung wird der Radverkehr in dieser Konzeption gleichberechtigt zu den anderen Verkehrsteilnehmern betrachtet. Die dem Lenkungskreis vorgelegte Konzeption bietet eine solide Grundlage, um eine zukunftsorientiere und moderne Verkehrspolitik in Freiberg betreiben zu können. Die Umsetzung der darin aufgeführten Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs sind geeignet, die Situation des Radverkehrs wesentlich zu verbessern.

- Einbeziehung in die Planung zum Ausbau der Merbachstraße: Der AG Rad wurden Planungs- unterlagen zur Verfügung gestellt und ein Treffen mit einem Vertreter des Planungsbüros fand statt. Die AG Rad betrachtet das Aufbringen eines Schutzstreifens ausgehend von der Leipziger Str. auf der rechten Seite (bergauf) bis zur Gustav-Zeuner-Str. und die Neugestaltung des Kreuzungsbereiches mit dieser Straße als eine wesentliche Verbesserung für die Radverkehrs- situation im Campus-Gelände.

In den Gesprächen mit der Stadtverwaltung wurden uns für 2016 die Markierung der Schutzstreifen entlang des Ringes mit einer abriebfesten Farbe zugesichert (nach Beendigung der Baumaßnahmen an der Schillerstr.) und wir erwarten darüber hinaus die Beschilderung des Muldental-Radweges.

 

Trotz dieser positiven Entwicklungen bestehen, wie Sie dem Verkehrsentwicklungsplan entnehmen können, noch zahlreiche Lücken im Radverkehrsnetz und der Handlungsbedarf ist nach wie vor groß. Was erhoffen wir uns daher von Ihnen als Stadtratsmitglieder und von der Stadtverwaltung?

> Zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs lt. Verkehrsentwicklungsplanung 2030.

> Aufnahme von Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in den Finanzhaushalt der Stadt Freiberg, z. B.:

- Schließung von Lücken im Radverkehrsnetz (lt. Verkehrsentwicklungsplan),

- Ausschilderung aller überregionalen Radrouten (D4-Route, Sächsische Städteroute, Route An der Silberstraße) und Bereitstellung finanzieller Mittel zu Beseitigung von bestehenden Hemmnissen,

- Aufwertung von Fahrradabstellanlagen an öffentlichen Einrichtungen, insbes. Schulen (Überdachung, Anlehnbügel zur Diebstahlsicherung),

- Bereitstellung finanzieller und personeller Mittel für Öffentlichkeitsarbeit (z. B. online-Karte und Flyer mit vorhandenen Radrouten im Freiberger Raum).

> Prüfung der Öffnung weiterer Einbahnstraßen für den Radverkehr.

> Prüfung der Radwegbenutzungspflicht (z.B. Eherne Schlange).

> Ausweitung der Tempo 30-Zonen entsprechend Verkehrsentwicklungsplan.

> Das Land Sachsen hat Mittel für eine "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen" im Landeshaushalt bereitgestellt. Wir würden uns über das Engagement Freibergs in einer solchen Initiative sehr freuen und dies auch im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen. Für Freiberg als Universitätsstadt kann ein solches Engagement nach unserer Auffassung u.a. eine sehr positive Außenwirkung haben.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Auch 2015 war der Radverkehr in den Medien wieder sehr präsent (u.a. Bürgermeisterwahl, Stadtradeln, Fahrraddemo) und viele Bürger meldeten sich zu Wort. Mit dem Druck eines Flyers "Einkauf per Rad - fahrRad Freiberg" möchten wir Freiberger Bürger motivieren, das Fahrrad verstärkt als Alltagstransport- mittel für sich zu entdecken und zu nutzen. Als eine weitere Maßnahme in diese Richtung haben wir 2015 begonnen, ein online-Portal für Tourempfehlungen im Raum Freiberg anzulegen und werden dieses kontinuierlich ausbauen (http://www.adfc-freiberg.de/index.php/touren).

 

Fazit 2015 und Ausblick

Zusammenfassend kann also auch für 2015 aus Sicht des Radverkehrs ein positives Fazit gezogen werden. Von der Verkehrsentwicklungsplanung 2030 erhoffen wir uns eine systematische und zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in den kommenden Jahren. Ziel muss sein, durchgehende Radverkehrsverbindungen anzulegen, um die Attraktivität der Nutzung des Fahrrades im Alltag zu erhöhen. Wie auch in dem vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Fahrrad- Monitor 20151 dargestellt, sind fehlende Radwege (Radverkehrsanlagen) und die daraus resultierende (gefühlte) Unsicherheit das größte Hemmnis, um auf das Rad umzusteigen.

Gerne bringt sich die AG Rad auch weiterhin konstruktiv in den Gesprächen mit der Stadtverwaltung ein, wird Vorschläge erarbeiten und sich um Öffentlichkeitsarbeit bemühen.

 

1 verfügbar unter (http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2016/017-barthle-fahrradmonitor-2015.html)